Warum Deutschland eine zweite Gründerzeit braucht
Ein Plädoyer für mehr unternehmerisches Risiko, weniger Regulierungsdichte und eine neue Fehlerkultur in Politik und Wirtschaft.
Hintergrund
Die erste Gründerzeit entstand nicht aus staatlicher Planung, sondern aus einem Klima, das unternehmerisches Wagnis belohnte statt es zu bestrafen. Wer heute ein Unternehmen gründet, trifft dagegen auf ein Geflecht aus Genehmigungsverfahren, Meldepflichten und Haftungsrisiken, das selbst erfahrene Gründerteams Monate kostet, bevor der erste Umsatz überhaupt möglich ist.
„Die erste Gründerzeit entstand nicht aus staatlicher Planung, sondern aus einem Klima, das unternehmerisches Wagnis belohnte statt es zu bestrafen“
Einordnung
Besonders schwer wiegt die Kapitalfrage: Während in den USA ein gescheitertes erstes Unternehmen häufig als Erfahrungswert gilt, bleibt eine Insolvenz in Deutschland ein Makel, der Anschlussfinanzierungen erschwert. Ein Neustart der Gründerkultur braucht deshalb nicht nur schnellere Genehmigungswege, sondern vor allem einen Perspektivwechsel: weg von der Fehlervermeidung, hin zu einer Kultur, die kalkuliertes unternehmerisches Risiko als Voraussetzung für Innovation begreift.